Tipps zum Schulstart: Mein Kind kommt in die Schule

Mit dem Eintritt in das erste Schuljahr beginnt für Ihr Kind das systematische Erlernen des Lesens und Schreibens. Viele Kinder können bereits ihren Vornamen in großen Druckbuchstaben schreiben und wiedererkennen, manche schreiben auch Wörter wie TAXI, POST, EIS. Lesen können bedeutet für das Kind einen erstrebens- und lohnenswerten Zugang in die Erwachsenenwelt.

Jedes Kind hat einen anderen Entwicklungsstand

Um Lesen und Schreiben dauerhaft erlernen zu können, benötigt das Kind einen bestimmten Entwicklungsstand. Da Kinder nur einmal im Jahr eingeschult werden, beträgt der Altersunterschied bis zu einem Jahr. Unterschiedlicher Entwicklungsstand und große Altersunterschiede ergeben unterschiedliche Möglichkeiten für Schulanfänger, lesen und schreiben zu lernen.

Es ist die Aufgabe der Grundschule, jedes Kind seinen Fähigkeiten und Möglichkeiten entsprechend zu fördern. Darum sollten Sie sich keine Sorgen machen, wenn Ihr Kind noch keine Buchstaben kennt oder schreibt, Freund oder Freundin hingegen schon Wörter lesen oder schreiben kann. Ihr Kind zählt dafür vielleicht schon, schreibt und liest Zahlen. Vielleicht beschäftigt es sich intensiv mit Puzzlespielen oder einer anderen ausgeprägten Fähigkeit.

So ist Ihr Kind am besten auf die Schule vorbereitet

Niemand muss bei Schuleintritt irgend etwas lesen, schreiben oder rechnen können. Ihr Kind ist bestens auf die Schule vorbereitet, wenn

  • es oft mit Ihnen spielen kann
  • es viel im Freien spielen, rennen, klettern, sich bewegen kann
  • es sich selbst anziehen und die Schuhe zubinden kann
  • es sich selbst die Hände waschen kann
  • Sie die Zeit des Kindes nicht vollständig mit Aktivitäten verplanen
  • Sie ihm die Zeit geben zu spielen, was es selbst möchte
  • Sie sich die Zeit nehmen, dem Kind zuzuhören und mit ihm zu erzählen
  • Sie zulassen, dass Ihr Kind einmal einfach nur nichts tut
  • Ihr Kind nicht zuviel fernsieht (1 Kindersendung pro Tag ist genug)
  • Ihr Kind abends rechtzeitig ins Bett geht
  • Ihr Kind gesund ernährt wird
  • Sie Ihr Kind viel loben für – in ihren Augen – Kleinigkeiten, die es schon kann
  • Sie Ihr Kind nicht mit anderen vergleichen. Ihr Kind ist einmalig!
  • Sie ihm nicht sagen: Das kannst Du noch nicht
  • Sie von ihm nichts fordern, das es noch nicht leisten kann
  • Sie Ihrem Kind Vertrauen schenken, damit es sich etwas zutraut
  • Sie das Kind als eigenständige Persönlichkeit respektieren

Freuen Sie sich mit Ihrem Kind über alles, was es bereits erreicht hat. Drohen Sie auch niemals mit der Schule. Das erzeugt Angst.Das Kind sollte von Ihnen erfahren, dass die Schule es freudig erwartet.

Lehrerin und Lehrer – neue Personen im Leben Ihres Kindes

Ihr Kind gewinnt neue Bezugspersonen, zu denen es starke Beziehungen aufbaut. Sie sollten sich nicht zurückgesetzt fühlen. Es ist natürlich, dass Äußerungen des Lehrers oder der Lehrerin vorübergehend mehr Gewicht haben können als das, was Eltern dem Kind sagen. Sollten Sie einmal anderer Meinung sein als die Lehrerperson – besprechen Sie das Problem offen mit der Lehrkraft, nicht aber vor den Ohren des Kindes. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Schule wirkt sich positiv auf die Schulfreude Ihres Kindes aus.

Hausaufgaben

Teilen Sie der Lehrerin oder dem Lehrer mit, wenn es Schwierigkeiten mit den Hausaufgaben gibt. Sie sollten Ihr Kind nicht über Gebühr damit plagen. Besser ist es, die Schule bei einer Überforderung zu informieren. Wenn Ihnen eine Hausaufgabe nicht gut genug geschrieben erscheint und Sie Ihr Kind häufig zum Neuschreiben veranlassen, wird es dies nur unter Protest und Tränen tun. Es besteht die Gefahr, dass das Kind jegliche Lust verliert – auf alle Fächer, in denen geschrieben wird. Überlassen Sie das Urteil über die Qualität der Hausaufgaben der Lehrerperson. Kritik aus ihrem Mund wird leichter als berechtigt angenommen.

Hausaufgaben vergessen

Sie sollten täglich die Zeit finden, sich für die Hausaufgaben Ihres Kindes zu interessieren. Wenn einmal Hausaufgaben vergessen worden sind, schimpfen Sie nicht. Welcher Erwachsene denkt immer an alles? Entscheidend ist: Das Kind begreift, dass es für sein Lernen selbst verantwortlich ist. Ihr Kind sollte nicht täglich bei Mitschülern nachmittags nachfragen.

Behutsam mit Fehlern umgehen

Je mehr Sie Ihr Kind auch für kleine Fortschritte loben, desto besser kann es mit Misserfolgen umgehen. Betrachten Sie Fehler als Möglichkeiten, daraus zu lernen. Ermutigen Sie, einen gemachten Fehler selbst zu finden und zu bereinigen.

Erfolgreiches häusliches Arbeiten

  • das Kind sollte stets am selben Platz arbeiten können
  • vermeiden Sie Unruhe wie Radio, Fernsehen und Unterhaltung
  • sorgen Sie für ausreichende Beleuchtung
  • richtige Sitzhaltung ist wichtig: die Füße stehen auf dem Boden, die Arme bilden einen Winkel von 90°
  • täglich zur gleichen Zeit Hausaufgaben anfertigen. Am besten: nach einer kleinen Pause nach dem Essen
  • das richtige Material auswählen: Wachsmalstifte, Knetgummi, einen Farbkasten mit 6 Farben und zum Schreibenlernen einen Schreiblernstift mit dicker, nachfüllbarer Graphit-Mine und dickem Griffprofil, damit die Finger nicht abrutschen und verkrampfen
  • achten Sie darauf, dass Ihr Kind den Stift gut hält

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