Hautbilder
Die vergangene Woche habe ich im Fachhandel ein wunderschönes Buch für Kinder über Hundertwasser entdeckt. Ich begann den Kindern etwas von dem, was ich in dem Buch gelesen hatte, zu erzählen. Insbesondere die Geschichte mit den verschiedenen Häuten fanden sie interessant. Sie erzählten mir über sich selbst, über ihre Lieblingssachen zum Anziehen, über ihr Zimmer oder ihre Wohnung, ihre Lieblingsfarben …..
„Stellt euch vor, ihr solltet diese „Häute“ malen!“ „Das muss immer außen herum sein“, meinte ein Mädchen. „Ja, wie ein Kreis und es wird immer größer!“ „In der Mitte bin ich.“ „Mit meiner Lieblingsfarbe.“ „Und dann kann man noch seine Stadt als Kreis außen herum malen!“ „Und dann vielleicht das ganze Land!“ „Vielleicht passt dann auch noch die Erde drumherum.“ „Zum Schluss können wir das ganze Universum malen. Das stößt an den Rand unseres schwarzen Papiers an!“ „Jeder Kreis hat eine andere Farbe.“ „Jeder Kreis ist auch verschieden dick.“ „Können wir auch Muster in jeden Kreis malen?“ „Deine Kleidung ist ja auch nicht immer einfarbig.“ „In meinem Zimmer gibt es auch verschiedene Farben.“ „Und erst in unserer Stadt!“ Die Kinder waren ganz begeistert bei der Sache.
Die Ergebnisse waren dementsprechend schön, individuell und farbenfroh. Als ich die Bilder am Schluss, als alle fertig waren, aufhängte, bot sich uns ein tolles Gesamtbild. Und ich entdeckte in jedem Bild die ganz bestimmte Schülerin oder den ganz bestimmten Schüler wieder.
Als am Freitag die Mutter eines Schülers in unser Klassenzimmer kam, fragte sie sofort nach diesen Bildern. Ich erklärte ihr den Hintergrund. Nach einigem Betrachten meinte sie: „Kann das sein, das dieses Bild – und sie zeigte auf ein ganz bestimmtes – von meinem Sohn gemalt wurde?“ Wir schauten auf der Rückseite nach. Es stimmte.
Geschicktes Rechnen
Mit unserem Mathelehrwerk sind die meisten Kinder schon fertig, bis auf wenige Nachzügler, so dass ich in den Rechenstunden Zeit habe für Knobelaufgaben, für Überprüfungen, für wiederholende Übungen, für die Festigung von Rechenstrategien, für weiterführende Übungen im Zahlenraum bis 100 und weiteres mehr.
Am Freitag legte ich also für die „fertigen“ Kinder einige Knobelaufgaben aus. Darunter auch welche, bei denen man über die 20 hinaus rechnen musste. Zwei Mädchen hatten sich eine solche Aufgabe geschnappt und begannen sich damit zu beschäftigen. Zufällig stand ich dahinter und konnte mithören. „Da muss man immer 9 dazutun.“ „7 + 9 = 16.“ „Ich glaube, die kann man auch herumdrehen, dann geht es leichter.“ „Ja, aber wie rechne ich 15 + 9?“ „Herumdrehen?“ „Nein!“ Ich legte beiläufig die grünen Plättchen und die Zehnerhäuser auf ihren Platz. „Legt euch diese Aufgabe!“ forderte ich sie auf. Das war schnell passiert. Jetzt schob ich zu der Aufgabe ein Zehnerhaus dazu. „Du hast 10 dazugetan, aber wir sollen doch nur 9 dazutun!“ „Ah!“ meinte die andere. „Da muss ich wieder eins wegtun, dann stimmt es!“ Und sie schob bei den grünen Plättchen eines weg. „Jetzt stimmt´s!“ „Und jetzt schaut euch die anderen Aufgaben an!“ forderte ich sie auf. „Geht doch jetzt ganz einfach. Erst tu ich einen ganzen Zehner dazu und dann wieder eins weg.“ Den Rest der Aufgaben hatten die beiden flott gelöst und waren anschließend ganz stolz, dass sie schon bis 100 rechnen konnten. Und ganz nebenbei hatten sie auch eine wichtige Rechenstrategie gelernt.



Christines Website ist jetzt unter http://würfelhauskonzept.de/ online.